SelbstHeilung.me

Selbstheilung ist Versöhnung mit sich selbst

Heilung des Tages

Kein Ding sieht so aus, wie es ist. Am wenigsten der Mensch, dieser lederne Sack voller Kniffe und Pfiffe. Und auch abgesehn von den Kapriolen und Masken der Eitelkeit. Immer, wenn man was wissen will, muß man sich auf die zweifelhafte Dienerschaft des Kopfes und der Köpfe verlassen und erfährt nie recht, was passiert ist. Wer ist heutigen Tages noch so harmlos, daß er Weltgeschichten und Biographien für richtig hält? Sie gleichen den Sagen und Anekdoten, die Namen, Zeit und Ort benennen, um sich glaubhaft zu machen.

Autor: Wilhelm Busch
Werk: Eduards Traum: Erzählung – Von mir über mich
ISBN: 3939483044

Interpretation:

Wilhelm Busch wurde 1832 geboren. Diesen Vers schrieb er in den 90ern des 19. Jahrhunderts. Diese Zeit war geprägt von großen politischen Umwälzungen in ganz Europa. Ähnlich wie heute, bediente sich die Politik des Schauspiels und Schmierentheaters, um ihre Interessen durchzusetzen.

Das Volk wurde damals wie heute im Unwissen gehalten. Niemand wusste wirklich, an wessen Wahrheit man sich halten könne.

Ein gutes Herrscherhaus pflegte damals wie heute eigens abgestellte Informations-, Nachrichten- und Presse-Landschaften zu beschäftigen. Die Zwecke sind zweierlei. Zum einen, um den Gegner im Unwissen darüber zu belassen, was im eigenen Hause wirklich geschah. Zum anderen das Volk über Missetaten des Herrscherhauses (Machtmissbrauch) im Unwissen zu belassen.

In seine Lebenszeit fielen einige Veränderungen, die ganz Europa und fast die ganze Welt auf den Kopf stellten. Nichts war mehr so, wie es den Anschein hatte.

  • Der Nationalstaat wurde als neue politische Institution aufgebaut.
  • Die Industrialisierung scheint jeden und alles zu verschlingen.
  • Mit der Industrialisierung traten die Nationalstaaten in den politischen Wettbewerb ein.
  • Europas Nationen waren im Wettbewerb um Kolonien.
  • Neue politische Ideen machen Furore, etwa die Idee des Kommunismus.
  • 1848/49 der Weberaufstand, die Industrialisierung machte viele arbeitslos.
  • Die Industrialisierung entvölkerte die Dörfer, da viele ihr Glück nun in den Fabriken in den Städten suchten.
  • Das Heer der Fabrikarbeiter war der Nährboden der Arbeiterbewegungen.
  • Ende des 19. Jahrhunderts sind militärische Niederlagen mit enormen nationalen Gesichtsverlusten verbunden.
  • Der Kampf um Ressourcen bereitete den Boden für den ersten Weltkrieg.

Wilhelm Busch arbeitete fast bis zum letzten Tag seines Lebens im Jahr 1908. Er beobachtete die Menschen sehr genau und analysierte das menschliche Verhalten. Dabei stellte er immer dieselben Muster fest. Er überzeichnete die Verhaltensweisen, um den Menschen einen Spiegel vorzuhalten. Sie sollten sich selbst erkennen, wie erbärmlich ihr schauspielerischer Selbstbetrug ist. Denn hinter den Fassaden der Menschen verbirgt sich ihre wahre Natur, ihre Abgründe.

Busch erkannte also, dass die Menschen ihre Abgründe erkennen müssen, um ihnen nicht zu verfallen. Wer die eigene Natur erkennt, kann bewusst mit ihr umgehen. Dabei drehte er den Spiegel immer wieder zu den Menschen hin.

„Wer einsam ist, der hat es gut, weil keiner da, der ihm was tut.“

Im umgedrehten Sinn bedeutet der Vers auch, dass derjenige, der alleine ist, niemand anderem etwas tut. Das bedeutet, je mehr Verpflichtungen wir mit uns herum schleppen, desto mehr tun wir anderen Menschen etwas an.


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