SelbstHeilung.me

Selbstheilung ist Versöhnung mit sich selbst

Heilung des Tages

Aus den Wolken muss es fallen,
aus der Götter Schoß, das Glück,
und der mächtigste von allen
Herrschern ist der Augenblick.

Von dem allerersten Werden
der unendlichen Natur –
alles Göttliche auf Erden
ist ein Lichtgedanke nur.

Langsam in dem Lauf der Horen
füget sich der Stein zum Stein,
schnell, wie es der Geist geboren,
will das Werk empfunden sein.

Wie im hellen Sonnenblicke
sich ein Farbenteppich webt,
wie auf ihrer bunten Brücke
Iris durch den Himmel schwebt –

So ist jede schöne Gabe
flüchtig wie des Blitzes Schein,
schnell in ihrem düstern Grabe
schließt die Nacht sie wieder ein.

Autor: Friedrich Schiller
Werk: Die Gunst des Augenblicks
ISBN: 3446205012

Interpretation:

Das liest sich, als würden diese Verse von einem hochspirituellen geistigen Lehrer stammen. Aber nein, sie entstammen dem Geiste Schillers.

Der Umgang mit der Wirklichkeit war zu seiner Zeit eine gänzlich andere. Wenn die Mehrheit heute daran glaubt, dass nur das existent sei, was man sehen und anfassen kann, so glaubte die Mehrheit damals, dass noch weit mehr existieren müsse, als die materielle Welt.

Sie wussten es damals unumstößlich zu erklären, dass die geistige Welt existieren müsse. Woher sie das wussten, kann heute kaum mehr ergründet werden. Wir wissen heute nur, dass wir uns weitestgehend von der helfenden Kraft der geistigen Welt abgeschnitten haben.

Als Ausrede begreifen wir den schnöden Mammon als einen Gottesersatz. Dieser kann jedoch niemals den Platz des Göttlichen einnehmen. Weil Geld aus sich selbst keine Barmherzigkeit entwickeln kann. Es entwickelt nur den Drang nach immer mehr von sich selbst. Dabei zwingt es die Menschen immer mehr Energie durch Arbeit zu erzeugen. Was immer mehr von sich selbst verlangt, wird sich am Ende selbst verspeisen. Darin kann ich nichts Göttliches entdecken.

Diejenigen, die das meiste Geld besitzen, können schon überhaupt nicht als Götter betrachtet werden, wenngleich bei denen selbst dieser Irrglaube vorzuherrschen scheint.

Das Göttliche zu entdecken, bedeutet die Aufmerksamkeit auf die Gesamtheit der Schöpfung zu richten. Vom kleinsten Teil, vom kleinsten Staubkorn, bis zu jedem einzelnen göttlichen Wesen, namens Mensch, ist alles erforderlich, um die Natur funktionieren zu lassen.

Wir können nicht eine einzige Pflanze, kein Tier oder uns selbst ohne den Blick auf die Natur betrachten. Denn alles um uns und in uns ist die Natur. Wenn wir das doch tun – und der Versuche gibt es viele – vergiften wir uns selbst. Weil wir immer häufiger glauben die Natur besser machen zu können, als sie ist. Dabei haben wir rein wahnsinnige Wettbewerbsmechanismen entwickelt, die genau die vergiftenden Prozesse belohnen. Ganze Völker können nicht mehr ohne die sich selbst vernichtenden Prozesse existieren, weil sie sich in Abhängigkeitsschleifen hinein manövriert haben.

Der einzige Ausweg, aus dem Dilemma des Wettbewerbs zwischen den Völkern herauszukommen, besteht meiner Ansicht darin, den Drang nach immer mehr Besitz aufzulösen. Im Wettbewerb um den Besitz liegt schon die Notwendigkeit verborgen, diejenigen bekämpfen und auslöschen zu müssen, die besitzen.

Der Schlüssel liegt also in der Absicht, nicht zu besitzen, sondern sich selbst zu genügen. Diese Absicht können Menschen meist nur entwickeln, wenn sie erkennen, dass sie die materielle Welt nicht benötigen, um gesund und glücklich leben zu können.

Friedrich Schiller, als der große deutsche Denker, war mehr ein spiritueller Mensch, als es die Geschichtsbücher wiedergeben wollen. Seine Wahrnehmung war näher an der Natur, als die von der Mehrheit der Menschen heute. Er wusste, dass alles mit allem zusammenspielt, und alles einander bedingt. Ohne diese feinsinnige und detailreiche Sichtweise wäre es ihm sicher nicht gelungen Verse wie diese zu schreiben.

Wenn wir heute wieder unsere Finger an die Abzüge der Gewehre anlegen, dann nicht um den anderen unser Wohlwollen entgegenzubringen, sondern deren Besitz zu stehlen. Es wird also höchste Zeit uns selbst zu genügen.

Erster Schritt: Wir begeben uns in die Natur. Das kann durchaus auch ein Park sein. Wir beobachten die Natur, wie sie ist, was sie in diesem Augenblick mit uns macht. Wir atmen die Natur in uns ein und lernen es zu spüren, wie die Natur uns ihre Kraft kostenlos zur Verfügung stellt.

Zweiter Schritt: Nachdem wir erkannt haben, dass die Natur unser Leben ist, kehren wir unsere Aufmerksamkeit auf uns selbst. Dabei schließen wir die Augen, richten unsere Aufmerksamkeit nach oben. Dort, wenn wir die geschlossenen Augen nach oben richten, sehen wir eine etwas hellere Stelle. Das ist das goldene Licht in uns.

Dritter Schritt: Nachdem wir das goldene Licht in uns selbst entdeckt haben, beginnen wir mit unserem inneren Selbst zu sprechen. Wir können uns bei ihm bedanken, dass es gut für uns sorgt. Wir können es befragen, was ihm fehlt. Und wir können sehen, dass ihm nichts fehlt, als die bedingungslose Liebe zu uns selbst.


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