SelbstHeilung.me

"Die Ursache liegt im Denken" J.Krishnamurti

Heilung des Tages

Eine Frau im hohen Rentenalter klagt darüber, dass sie innerhalb der letzten zehn Jahre um das Doppelte an Gewicht zugenommen habe. Ihr sei es nicht bewusst, mehr zu essen, als früher.

Interpretation:

Es stellte sich heraus, dass sie in einer kinderreichen Familie aufgewachsen war. Sie ist ein mittleres Kind. Die mittleren Kinder haben in der Familie immer um ihre Aufmerksamkeit zu kämpfen. So auch diese Frau. Die für sie nötige Aufmerksamkeit holte sie sich, indem sie sich mehr um die Geschwister kümmerte, als es diese vielleicht selbst wollten.

Daraus muss sich ein übersteigertes Verlangen danach entwickelt haben, gebraucht zu werden. Manche bezeichnen dieses Verlangen als Helfersyndrom.

Im Lauf der Jahre wurden ihre eigenen Kinder erwachsen und gingen ihre eigenen Wege. Die Eltern sind und viele ihrer Geschwister sind innerhalb der letzten Jahre gestorben. Übrig bleiben ihr nur wenige Menschen in der Familie, die ihr das nötige Gefühl, gebraucht zu werden, kaum bestätigen können oder wollen. Daraus entwickelte sich eine Essstörung. Die ist eine Folge der vielen unbewältigten Trennungen, über die letzten Jahre.

    Man muss sich die daraus entstandene Esssucht so vorstellen, dass wir das Essen unterbewusst als eine mögliche Lösung interpretieren, um Konflikte zu bewältigen. Es geschieht eigentlich dasselbe, wie wenn wir uns TV-Nachrichten anschauen und dort wirklich schlechte Nachrichten kolportiert werden. Wir können die dort gezeigten Probleme nicht lösen. Wir werden dabei nicht gebraucht, die gezeigten Probleme zu lösen. Deshalb interpretiert unser Körper ein Gefühl, das wir als Verhungern bezeichnen müssen. Wir können seelisch verhungern, wenn wir nicht gebraucht werden, aber dieses Gefühl doch zum Überleben brauchen. Auf die TV-Nachrichten bezogen, können wir den Konflikt lösen, wenn wir mit einem gegenteiligen Gegengefühl gegensteuern. Manche Menschen eröffnen im Internet eine eigene Webseite, um anderen Menschen ihre Hilfe anzubieten. Die gezeigten Probleme können sie auch dadurch nicht lösen. Es gibt ihnen aber das Gefühl zur Lösung beizutragen. Dadurch schaffen sie sich selbst ein Terrain, auf dem sie für sich selbst das Gefühl zu verhungern abschalten können.

Für die betroffene Rentnerin bedeutet das, dass sie sich ein neues Umfeld schaffen müsste, über das sie das Gefühl zu verhungern abschalten könnte. Sie bräuchte einen neuen Freundeskreis.

Aber sie äußerte sich so, dass sie eigentlich auch nicht mehr leben möchte. Weniger, weil ihre Geschwister nicht mehr leben, sondern, weil sie jetzt so unansehnlich dick sei.

Nach meiner Einschätzung hat sie sich in einen scheinbaren Teufelskreis hinein manövriert. Um Abnehmen zu können, müsste sie eigentlich andere Menschen finden, die ihr das Gefühl geben, gebraucht zu werden. Findet sie diese nicht, wird sie immer mehr an Gewicht zunehmen und recht bald auch gehen. Sie benutzt inzwischen ihr Gewicht als Ausrede dafür, nichts zu tun.

    Wir können diesen Konflikt nur auflösen, wenn wir die Situation so annehmen, wie sie ist. Wir müssen uns aktiv von den geliebten Menschen verabschieden, um ihre Seelen loslassen zu können. Früher hatte man die Verstorbenen für drei bis sieben Tage im Haus selbst aufgebahrt. So konnte sich die ganze Familie von ihrem verstornbenen Angehörigen verabschieden. Dadurch gelang es den Menschen die Anhaftungen der Verstorbenen loszulassen. Heute findet die Verabschiedung vielleicht noch über die Asche der Verstorbenen statt. Die Zeremonie wird einer Sterbeindustrie übergeben. Es wird weggegeben in Krankenhäuser, Sterbehäuser und Pflegeheime. Um die Verabschiedung und Bestattung kümmern sich die Dienstleistungsbetriebe. Nun können sich die Hinterbliebenen nicht mehr direkt verabschieden. Es bleiben somit Anhaftungen zurück, die uns stark belasten können.

Die Herausforderung besteht nun darin, dass sie sich aktiv von den Seelen ihrer Geschwister verabschiedet. Dazu müsste sie in sich gehen, sich in ihren Gedanken jeden einzellnen Angehörigen nacheinander bildlich vorstellen, um mit ihm Kontakt aufzunehmen. Sie könnte sich bei ihren verstorbenen Angehörigen für die vielen schönen Jahre miteinander bedanken. Jetzt aber müsste sie ihre Angehörigen gehen lassen. Sie gestattet den Anhaftungen der Angehörigen zu gehen. Sie könnte auch sagen, dass sie den Platz für einen neuen Freundeskreis braucht.

Wenn sie die Anhaftungen ihrer Geschwister losgelassen hat, können wir uns auch um ihr Gewichtsproblem kümmern.

Das lehnte die Frau jedoch ab. Ich schließe daraus, dass sie bereits mit ihrem irdischen Leben abgeschlossen hat.

Ich gehe davon aus, dass es nicht sehr lange dauern wird, bis sie in eine Pflegeeinrichtung ziehen wird, um dort auf das Ende zu warten.

Auch das ist Selbstheilung. Ihre Seele möchte ihren Körper verlassen, um ihren Weg weiter gehen zu können, vielleicht in die nächste Inkarnation. Wir können das Leben nicht erzwingen und müssen es den Seelen gestatten, gehen zu können.

Man könnte auch sagen, das Verlangen zu ihren Geschwistern zu gehen ist größer, als das Verlangen konfliktfrei zu leben. Das ist ihre souveräne Entscheidung.

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