SelbstHeilung.me

Selbstheilung ist Versöhnung mit sich selbst

Heilung des Tages

In einem Gespräch, mit einem Gast bei mir, kamen wir auf die Frage, wo der Ursprung dafür zu finden ist, dass der Mensch gegen seine eigene Natur ankämpft? Wenn das so wäre, müsse ihm das doch auffallen.

Interpretation:

Diese Frage scheint so alt zu sein, wie die Menschheit selbst. Das ist sie aber nicht. Sie taucht erst seit dem auf, seit sich die Menschen gegen sich selbst wenden. Die Ursache ist in einigen Religionen zu finden. Dabei handelt es sich um die Religionen, die die menschliche Natur verneinen. Da wird auch behauptet, dass der Mensch des Menschen Wolf sei. Das ist jedoch nur dann der Fall, wenn der Mensch eine Erziehung, Programmierung oder Kontitionierung durchlaufen war, die ebendieses Verhalten erzeugt hatte.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es den meisten Menschen sehr wohl bewusst ist, wenn sie ihr Verhalten gegen sie selbst richten, sich verletzen oder schlimmeres antun wollen. Hier müssen wir die Menschen in zwei Gruppen teilen. Zum einen in diejenigen, die lebensbejahend sind und in die anderen, die lebensfeindlich sind. Die einen streben immer eine Strategie der Versöhnung an, auch mit sich selbst. Die anderen streben Strategien der Zerstörung an, die sich auch gegen sie selbst richtet.

Im Falle der Selbstzerstörung können sich in der Regel zunächst unterschiedlichte Erkrankungen melden. Denn Erkrankungen sind oft Versuche von Heilung durch den Körper. Unser Körper macht uns damit auf Konflikte Aufmerksam. Damit hat die Heilung schon begonnen. Der auf Zerstörung gepolte Mensch deutet dies jedoch als einen Angriff gegen seinen Körper, gegen den er sich zur Wehr setzen müsse. Dann setzt er die schwersten Waffen ein, die verfügbar sind. Etwa Antibiotika gegen einen Schnupfen, chemische Präparate bei einem Hautjuckreiz, oder eine Computertomografie bei Kopfschmerzen. Wohl wissend, dass sich seine Strategien gegen ihn selbst richten, glaubt er fest daran, so die Natur in sich zu besiegen.

Vielleicht sollte ich dies an zwei unterschiedlichen Erziehungsmodellen verdeutlichen. Die einen Eltern setzen bei ihrer Erziehung auf Bestrafung. Immer dann, wenn die Kinder etwas machen, was den Eltern nicht gefällt, gibt es eine Strafe. Meist Freiheitsentzug, also Stubenarrest. Die anderen Eltern beachten die Fehler ihrer Kinder gar nicht. Sie existieren einfach nicht. Immer dann, wenn die Kinder genau das machen, was die Eltern als besonders lobenswert empfinden, bekommen die Kinder ein Lob, Streicheleinheiten, Körperkontakt und besondere Aufmerksamkeit. Manche Eltern belohnen ihre Kinder mit materiellen Dingen zur Anreizunterstützung. Das würde ich weniger empfehlen. Aber das ist eine andere Geschichte. Was würdet Ihr sagen, welche Kinder würden ihre Herausforderungen in der Schule, im Beruf und im alltäglichen Leben besser meistern?

Die Antwort können wir uns hier ersparen. Seit viel zu vielen Generationen herrscht die Strategie der Bestarfung vor. Natürlich übernehmen die meisten Kinder diese Strategie für ihr späteres Leben, denn eine andere haben sie ja nie gelernt. Die Bestrafungs-Strateie ist jedoch nicht angeboren, sondern anerzogen, antrainiert, konditioniert und Abweichungen werden bis heute bestraft. Viele Menschen wollen das sehr gern ändern, finden jedoch nicht den richtigen Weg. Der richtige Weg würde nur über die Selbsterkenntnis führen. Das widerum erscheint vielen zu unheimlich. So haben sie große Berührungsängste damit, sich mit ihren Macken zu befassen.

Ich weiß, dass es für sehr viele Menschen besonders schwer ist, sich ihre eigenen Unzulänglichkeiten einzugestehen. Sie wollen nicht auf ihre eigenen Fehler stoßen und finden auch kaum einen Weg heraus, als die Selbstzerstörung zu vollenden. Das ist nicht zu unterschätzen. Die Todessehnsucht ist doch sehr verbreitet. Lässt sich aber auf Ursachen begründen, die widerum abgestellt werden können.

Deshalb wenden sie sich zunehmend von sich selbst ab und versuchen ihre Orientierung im Außen zu finden. Sie glauben dann, einer bestimmten Ideologie folgen zu müssen, um ein guter Mensch sein zu können. Dann sind sie zunächst oft ein religiös geprägter Mensch, haben ganz genau geprägte Vorstellungen von Gerechtigkeit. Womöglich sind sie dann ein Sozialist, ein Freiheitskämpfer, ein Nationalist oder ein Kommunist. Um sie nicht unerwähnt zu lassen, gibt es auch noch Grüne, Lilane, Ultrarote, Gelbe oder Graue Parteien. Das funktioniert aber nicht. Im Außen können wir die Versöhnung nicht finden. Ich habe den Faschisten ganz bewusst weggelassen, denn lebensfeindlicher können Menschen nicht sein. Somit kann man den Faschismus kaum mehr als eine Ideologie bezeichnen.

Ideologien sind Ausreden dafür, uns nicht mit unseren Unzulänglichkeiten befassen zu müssen. Ohne sie bliebe uns nichts anderes, als an uns zu arbeiten. Mit einer Ideologie können wir unsere Fehler überspielen. Wir finden darin Ausreden und Erklärungen für unsere Gier, für unsere Missgunst und unseren Egoismus.

Jede Ideologie braucht Gegner, also Sündenböcke. Würde es die Gegner nicht geben, würde sich die Ideologie selbst abschaffen. Die Gegner müssen kleiner gehalten werden, als die gesellschaftliche Relevanz der eigenen Ideologie erscheint. Die gegnerische Ideologie wird als des Lebens unwürdig erklärt und muss bekämpft und vernichtet werden. Dadurch erhebt sich die eigene Ideologie über die gegnerische. Jedoch bekämpfen wir uns dadurch nur selbst. Denn dadurch aber machen wir unsere Welt jeden Tag ein bisschen hässlicher und unliebenswerter.

Wenn wir an den Ausgangspunkt zurückkehren, dass der lebensfeindlich gepolte Mensch gern in den Kampf einsteigt, sich gern von den scheinbar gegnerischen Ideologien missbrauchen lässt – denn er bekommt dadurch seine Selbstbestätigung – dann wird klar, woran die Menschheit eigentlich erkrankt ist.

Es gibt keine von außen angeleitete Führung, die die Menschen in die Versöhnung zu sich selbst führen kann. Das kann der einzelne Mensch nur alleine für sich selbst erledigen. Zwingen kann man niemanden. Und das ist das eigentliche Dilemma. Es gibt mehr als genug Menschen, die dabei helfen könnten, den Weg zu finden, aber nur die wenigsten lassen es zu.

Aus diesem Dilemma hatte die Christenlehre einst die Sünde erschaffen. Wenn die Menschen wüssten, was das Wort Sünde eigentlich bedeutet, würden sie anders über ihre Sünden nachdenken. Das Wort ‚Sünde‘ stammt vom norddeutschen ‚Sund‘, was ‚abgesondert‘ meint. Sünde heißt also, sich abgesondert zu haben. Und zwar von einer vorgegebenen Ideologie. Was niemals die Wahrheit sein kann. Insofern müssen wir die Sünde als etwas positives betrachten, das den Menschen zu sich selbst zurückführen kann.

Die Christenlehre hatte es ganz deutlich gesagt: „Verleugne dich selbst, um Jesus nachzufolgen.“ Dieses Dogma war durch alle Jahrhunderte hindurch ein großer Impulsgeber in der Christenheit. Es wurde gestützt durch das Wort Jesu: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!“ (Mt 16,24; auch Mk 8,34 und Lk 9,25). Wobei ich fest davon ausgehe, dass Jesus Christus, wenn es ihn denn gab, diese Worte so nie gesagt haben kann.

Begriffe wie Abtötung des Selbst, Buße oder Sühne wirken heute befremdlich. Das ist aber der Ursprung, woher unsere Erziehungsmethoden und unsere Selbstzerstörung kommt. Denn sie gehören zur Radikalität des christlichen Glaubens dazu und sind eigentlich nicht nur auf die Christen beschränkt. Denken wir nur an die Selbstgeißelungen, die von Christen im Mittelalter praktiziert wurde und im Islam bis heute praktiziert wird. Dabei geht es nicht nur um die Abtötung der eigenen Natur, aus ethischen Gründen. In der Selbstgeißelung steckt vielmehr der Versuch, sich in das Erlösungsleiden Jesu Christi in die Seele zu schreiben, um sich dadurch mystisch mit dem leidenden und sterbenden Herrn zu vereinen. Die Selbstzerstörung ist zu einer Weltanschauung geworden. Vernichte die Natur in Dir und Du wirst erlöst werden. Welch ein Unsinn?

Es gibt aber auch Menschen, die davon profitieren, wenn sich Menschen aufopfern. Das konnte sich erst dadurch herausbilden, weil sich Menschen das Dogma der Selbstzerstörung anerzogen bekamen. Die davon profitieren sind diejenigen, die sich am Ende der Nahrungskette des heutigen Wirtschaftssystems befinden. Die haben sicher ein großes Interesse daran, dass die Verhältnisse so bleiben, wie sie sind. Deshalb sehen wir keine TV-Sendungen, die die Ursachen aufdecken könnten oder die funktionierende Lösungen vorstellen würden. Im Gegenteil. Alles dreht sich um die Fortsetzung des Bestrafungs-Modells. Dadurch wird immer mehr Angst und Selbstzerstörung produziert.

Wir kommen da nur heraus, wenn wir es erkennen und selbst einen Ausweg finden wollen. Wenn wir es selbst nicht schaffen, den Weg zu uns selbst und zur Versöhnung mit uns selbst zu finden, benötigen wir Hilfe. Einen Anschub sozusagen. Diese Hilfe sollte darin bestehen, dass die Ursachen erkannt und beschrieben werden können. Dann erst kann der richtige Anstubser gegeben werden, den Weg des Friedens mit sich selbst gehen zu können.

Kontakt


Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, würde ich mich über einen kleinen Beitrag zur Unterstützung meiner Arbeit sehr freuen! Spende hier mit Paypal, oder als Überweisung direkt, siehe Impressum. Spenden

Advertisements

Einzelbeitrag-Navigation

Schreibe hier Deinen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: