SelbstHeilung.me

Selbstheilung ist Versöhnung mit sich selbst

Heilung des Tages

Eine junge Frau schreibt mir, dass sie Zeit ihres Lebens unter Magersucht (Anorexia nervosa ) leide. Sie könne essen, was sie will und nimmt nicht zu. Jetzt möchte sie wissen, ob ich ihr mit geistiger Heilung helfen könnte.

Interpretation:

Ich antwortete, dass immer Verbesserungen möglich sind. Wenn sie möchte, können wir gern einen Termin vereinbaren, an dem wir uns ihre Geschichte anschauen können.

Gesagt getan. Im Vorgespräch stellte sich heraus, dass die junge Frau ein Findelkind war. Man hatte ihr erzählt, dass ihre Eltern sie in einem Parkgelände abgelegt hätten. Also mindestens ihre leibliche Mutter. Sie weiß nicht, wie lange sie dort abgelegt gelegen hat. Aber sie wuchs dann als Pflegekind in einer Pflegefamilie auf. Von Anfang an wusste sie, dass ihre Pflegeeltern nicht ihre Leiblichen Eltern sind.

Sie berichtete, dass ihre Pflegeeltern nie schlecht zu ihr waren, aber geliebt fühlte sie sich auch nicht. Zeitgleich lebten bis zu fünf weitere Pflegekinder zusammen mit den Pflegeeltern unter einem Dach. Auch mit den Pflegegeschwistern konnte sie und diese offenbar auch nicht viel mit ihr anfangen. So fühlte sie sich eigentlich immer deplatziert.

Ich fragte nach, ob sie schon Anstrengungen unternommen hat, ihre leibliche Mutter zu finden. Das tat sie bisher nicht und wolle es derzeit auch nicht. Weil ihr die Vorstellung gruselig vorkommen würde, der Frau zu begegnen, die sie verstoßen hat.

Es kamen noch weitere bestätigende Argumente hinzu, wie etwa häufiger Durchfall und Erbrechen, weshalb ich zu dem Schluss komme, dass wir es hier mit einem klassischen und ausgewachsenen Fall von Marasmus zu tun haben könnten. Marasmus wurde häufig bei Waisenkindern in Entwicklungsländern beschrieben. Dadurch vermutete man lange Zeit, dass es sich um eine Krankheit handeln würde, die direkt mit der Unterernährung in Verbindung stünde. Dass die Unterernährung die Ursache sei.

Heute wissen wir, dass Marasmus vielmehr die emotionale Vernachlässigung betrifft, als die Ernährung. Mit den Begriffen „Dahinwelken und langsam Verlöschen” ist eigentlich schon alles gesagt. Diesen Zusammenhang hatte erstmals der Psychoanalytiker René A. Spitz beschrieben, indem er meinte, dass an sich gesund geborene Kinder, infolge totaler emotionaler Deprivation, langsam immer weniger werden würden und schließlich sterben. In seiner Zeit, um die Jahrhundertwende des 19./20. Jh. starben noch etwa 70% der Findelkinder an ebendieser Erkrankung. Was eigentlich keine Erkrankung ist, sondern ein psychischer Konflikt.

Woher kommt der Begriff Marasmus eigentlich? Alle Begriffe, die mit -mus, -ismus, oder -smus enden beschreiben einen manifestierten Zustand. Der womöglich unabänderlich erscheint, in Wahrheit aber nicht unabänderlich ist. Oft handelt es sich bei solchen Begriffen um Ideologien, die zur Wahrheit erklärt wurden und deshalb unabänderlich erschienen. Wie etwa der Marxismus Kapitalismus oder Faschismus . Es erscheint unabänderlich, weil unsere Vorstellungskraft oft nicht ausreicht, anders zu denken, als es das vorgegebene Gedankenmodell erlaubt.

Beim Marasmus muss es sich somit auch um einen von außen einwirkenden Zustand handeln, der nur unabänderlich erscheint, es aber nicht ist.

Über die Vorsilbe ‚Mara ‚ habe ich in diesem Blog schon zwei Mal geschrieben. Bei Mara handelt es sich um den Herrn der Finsternis (Buddhismus). Zugleich wird Mara als der Gott der Märkte bezeichnet. Das bedeutet, wer sich auf den Markt begeben möchte, um Geld zu verdienen, muss etwas zum Verkauf anbieten. Bei den Gütern, die man verkauft, handelt es sich um geistige oder körperliche Schöpfungen. Es sind Waren und Dienstleistungen, die man selbst erdacht oder erstellt hat. Diese Erzeugnisse sind bei geistiger Arbeit, als geistige Kinder und bei körperlicher Arbeit, als leibliche Kinder zu betrachten. Wir geben sozusagen unsere Kinder weg, wenn wir arbeiten gehen, oder uns selbst verkaufen. Wenn wir unsere Kinder weggeben, geben wir uns eigentlich selbst weg. Wir opfern uns selbst für den Markt.

Wir alle haben es sicher schon oft erlebt, wenn wir eine Idee ausgearbeitet hatten und die Idee durch andere ausgeführt werden sollte. Die Ausführung wird niemals genau der Idee entsprechen, wie wir sie uns erdacht hatten. Deshalb kommen wir oft zu der Erkenntnis, dass wir es dann doch besser selbst ausführen sollten. Das bedeutet, die geistigen Kinder verkümmern, wenn wir sie weggeben. Sie werden mit der Zeit immer weniger und sterben irgendwann. Sie sterben an der Deprivation (deprivare / berauben), also an dem Zustand der Entbehrung, des Entzuges, des Verlustes oder der Isolation von Vertrautem. Es stellt sich ein scheinbar unabwendbares Gefühl der Benachteiligung ein.

Dieser Konflikt macht sich schließlich körperlich dadurch bemerkbar, dass der Körper keine oder zu wenig Nahrung annimmt. Er befördert sie einfach wieder hinaus. Daher auch der häufige Durchfall und Brechreiz. Der Körper möchte die Nahrung so schnell wie möglich wieder loswerden. Wenn wir auf diesen Konflikt mit Zwangsernährung antworten, oder dem Kind einreden, es würde nur nicht wollen, verschlimmbessern wir die Situation nur. Strafe und Zwang empfindet das betroffene Kind nur als Verstärkung seines Leidens. So dass wir einmal mehr gefordert sind, die wahren Ursachen im Bewusstsein ausfindig zu machen, um heilen zu können.

Ich fragte nun meinen Besuch, was sie selbst vorschlagen würde, ihr zu helfen? Sie habe keine Idee, meinte sie. Dafür sei sie ja schließlich hergekommen.

Als ich ihr eröffnete, dass es sicher die beste Möglichkeit sein würde, wenn sie sich mit ihrer leiblichen Mutter versöhnen könnte, winkte sie sofort ab. Das komme überhaupt nicht infrage.

OK, sagte ich, kein Problem, es gäbe eine Möglichkeit ihrer leiblichen Mutter nur im Geiste zu vergeben. Das würde in etwa so ablaufen, dass wir in einen emotionalen Ruhezustand gehen, um während dessen Kontakt zum Geist ihrer Mutter aufzunehmen und ihr dabei aufrichtig vergeben.

Dieses Angebot fand sie dann sehr gut und fragte, wann wir das machen könnten.

Wir können es sofort angehen, meinte ich. Also gut, meinte meine Besucherin, dann soll es so sein.

Jetzt, nach einer Woche fragte ich telefonisch bei ihr nach und siehe da, sie meinte, dass sie schon ein Kilo zugenommen habe. Das ist doch eine sehr hoffnungsvolle Nachricht. Ich wünschte ihr viel Erfolg bei den weiteren Übungen, die ich ihr noch mitgegeben habe und alles Liebe dieser Welt.

Anmerkung 1: Es wäre eher von Vorteil, wenn sie einen Weg finden würde, den Kontakt zu ihrer Leiblichen Mutter aufzunehmen. Dadurch könnte sie erfahren, was die wahren Gründe für das Verhalten ihre Mutter waren. Es muss sich um einen emotionalen Ausnahmezustand gehandelt haben. Insofern könnte es eine Basis geben, die die Versöhnung ermöglicht. Es könnte gut sein, dass ihre Mutter zu große berufliche Herausforderungen zu bewältigen hatte, die aus heutiger Sicht und mit heutigem Erkenntnisstand über das damals verbreitete Bewusstsein entschuldbar wären. Aber zwingen sollten wir niemanden zu diesem Schritt.

Anmerkung 2: Dieser Fall beweist einmal mehr, dass wir Menschen geistige Wesen sind. Was wir tun oder nicht tun, bestimmt unser Bewusstsein. Scheinbar unabwendbare Schicksale sind abwendbar, also heilbar. Es bestätigt sich mir immer öfter, dass es keine Erkrankung gibt, die nicht mindestens deutlich verbessert werden kann oder bestenfalls geheilt werden kann. Der Konflikt, den meine Besucherin mitgebracht hatte, wird sie ihr Leben lang begleiten. Aber nun weiß sie was die Ursache war und konnte sich mit der verursachenden geistigen Kraft versöhnen. Somit hat ihr eigener Geist keinen Anlass mehr, sie auf den Konflikt hinweisen zu müssen. Das ist die eigentliche Heilung.

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