SelbstHeilung.me

"Die Ursache liegt im Denken" J.Krishnamurti

Heilung des Tages

Eine Frau beklagte sich darüber, dass sie von einem psychotropen Medikament abhängig sei und fragte, ob es eine sanfte Methode gibt, sich von der Abhängigkeit zu befreien.

Interpretation:

Auf meine Nachfrage, um welches Medikament es sich handelt, gab sie Valium an. Hier ist der Wirkstoff Diazepam enthalten.

Sie meinte, dass sie sich das Medikament wegen ihrer Angst hat verschreiben lassen. Das geht nun schon seit ein paar Jahren so.

Ich fragte weiter, ob sie schon danach geschaut hat, was die Ursache für ihre Angst ist. Irgendwo muss sie ja herkommen. Ich meine alles hat irgendwo seinen Anfang.

Anfangs hat sie es versucht. Sie hat auch mit ihrem Arzt darüber gesprochen, dass die Angst ja irgendwo herkommen musste. Schließlich hat sie immer die Tabletten verschrieben bekommen.

Sie erzählt mir ihre Geschichte und ich erzähle ihr, welchen Handlungsbedarf ich erkenne und was ich ihr anbieten kann.

Im Gespräch war für mich wahrnehmbar, dass sie ein schweres Trauma erlitten haben muss, das letztlich mithilfe des Medikamentengebrauchs verdrängt wurde. Deshalb fragte ich meine Besucherin, ob sie sich an eine solche Begebenheit erinnern könne.

Nach langem Bohren und Graben sagte sie: „Ja, da gab es einen, bei dem mir die Geldbörse aus der Tasche entwendet wurde. Ich bin dem Täter hinterhergelaufen, der mich dann einfach zu Boden gestoßen hatte.“

Aber, sie hat schon gar nicht mehr daran gedacht. Mehr noch, sie hat es vollständig verdrängt.

Wie ist solch eine Verdrängung zu erklären? Leon Wurmser, ein sehr bekannter Psychiater und Psychoanalytiker, hatte es mal so beschrieben, dass das Über-Ich (die moralische Instanz) während eines solchen Traumas so tief erschüttert wird, dass sich das eigentliche Ich nicht mehr daran erinnert sehen möchte. Das Über-Ich ist daran interessiert die Welt wieder als geordnet zu betrachten. So gelingt es ihm leicht, die Trauma-Erfahrung aus dem Bewusstsein zu entfernen und ins Unterbewusstsein zu verbannen.

„Es darf nicht sein, was nicht wahr sein soll.“ Die Welt soll ja nicht so sein, wie in der Trauma-Erfahrung. Hier bestätigt sich erneut, dass der Mensch sich seine Welt so zurecht bastelt, wie es ihm gefällt. Das muss nicht zwingend die Realität sein.

Insofern ist es nur zu verständlich, dass sich aus dem Trauma eine Angst-Neurose entwickelt hat. Immer wieder sieht sich das Über-Ich dazu veranlasst, die Erfahrung, die nicht in das Weltbild passen soll, erneut zu verdrängen. Da kommt der Arztbesuch ins Spiel. Der ist der Patientin gern dabei behilflich und verschreibt ihr ein Medikament, das die Angst unterdrückt, aber die Ursache bleibt weiterhin bestehen und möchte seine Wirkung entfalten. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Spirale der Medikamenten-Abhängigkeit. Jedesmal, wenn ihr Über-Ich, also ihre moralische Instanz, nicht an das vermeintlich unwahre Bild der Traumaerfahrung erinnert werden will, nimmt sie nun eine Tablette.

Es entsteht ein sich gegenseitig dynamisierendes Abhängigkeits-Zusammenwirken von Traumatisierung und dem Affekt der Gegenwehr durch Tabletteeinnahme. Dadurch nimmt der betroffene Mensch immer mehr Tabletten ein und glaubt letztlich nicht mehr ohne Tabletten leben zu können.

Zusätzlich entsteht ein Identifikationskonflikt, der darin besteht, dass der Betroffene sich nicht mehr als vollwertiger Mensch betrachtet, sondern mitunter als Wrack, als abgewirtschaftet, verbraucht und überflüssig. Was nicht selten zu Suizidversuchen führt.

Meine Besucherin hatte zum Glück keinen Suizid versucht, sondern saß mir gegenüber.

Ja, was machen wir nun? Fragte ich sie.

Das weiß ich nicht. Deshalb bin ich hier. Antwortete sie.

Mein Lösungsvorschlag: Dem Täter von damals vergeben. Eine Reise in ihr Unterbewusstsein, um die Trauma-Erfahrung loszulassen. Dem Unterbewusstsein klar machen, dass jetzt keine Medikamente mehr gebraucht werden. Zur Ablenkung würde ich ihr empfehlen, zu ihrer Krankenkasse zu gehen, um sich eine Kur finanzieren zu lassen. Keine Entziehungskur, sondern einfach einen vorübergehenden Ortswechsel. Bei der Kur sollte es viele Aktivitäten geben, wie etwa Tanz, Yoga, Spaziergänge mit anderen Menschen zusammen usw.

Die Handlung habe ich hier natürlich nur sinngemäß und verkürzt wiedergegeben.

Dieser Fall ist, wie alle anderen auch, als Einzelfall zu betrachten. Niemand soll annehmen, dass seine Beschwerden genauso interpretiert werden können.

Wer seinen Bedarf für wirkliche Heilung empfindet, kann sich gerne vertrauensvoll direkt an mich wenden.

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