SelbstHeilung.me

"Die Ursache liegt im Denken" J.Krishnamurti

Heilung des Tages

Ein Mann schrieb, dass er immer stehlen müsse und fragte, ob ich ihm garantieren könne, sich seinen Drang heilen zu können.

Interpretation:

Das klingt interessant, dachte ich beim Lesen. Ich bot ihm an, zu einem unverbindlichen Gespräch vorbeizukommen. Dann können wir schauen, ob es eine Garantie gibt.

Im Gespräch stellte sich mir ein Mensch dar, der ja fast schon ein pathologisches Stehlen beschrieb. In der Psychotherapie wird dieses Verhalten mit Kleptomanie bezeichnet. Dieser Begriff drückt aus, dass der Mensch sein Verhalten nicht unter Kontrolle habe. Er würde stehlen, ohne es zu wollen, also ohne Absicht oder Motiv. Ein Motiv wäre z.B. die Bereicherung. Das ist hier aber nicht gegeben. Er sammelt die gestohlenen Sachen nicht um sie zu besitzen. Oftmals verschenkt er sie, stellt sie irgendwo auf Straßen und Wegen ab oder wirft sie in eine Mülltonne.

Auf meine Nachfrage, welche Therapien er bisher in Anspruch genommen hat, antwortete er, dass er alles ausgereizt habe, was ihm seine Krankenkasse bezahlt habe. Es sind also schon einige Jahre und dadurch einiges Geld drauf gegangen. Ja, und welche Veränderungen gibt es über die Zeit festzustellen, fragte ich weiter. Eigentlich keine, antwortete mein Gast.

Deshalb bat ich ihn, mir das Gefühl zu beschreiben, das er spürt, wenn er etwas gestohlen hat. Nach einigen nichtssagenden Worten und Gestammel, hörte ich den entscheidenden Satz heraus. Ihm geht es darum, dass er stehlen kann, dass er die Macht hat etwas wegzunehmen, das ihm nicht gehört.

Es geht hier also um eine Blockade, die das Thema Macht und/oder Ohnmacht berührt.

Natürlich fragte ich auch nach den verordneten Medikamenten. Er bekommt regelmäßig Paroxetin 10mg Filmtabletten verschrieben. Mit dieser Antwort habe ich gerechnet. Deshalb fragte ich weiter, ob er sich schon einmal den Beipackzettel durchgelesen habe. Natürlich, antwortete mein Gast, aber was soll ich denn machen, sagte er weiter.

Immerhin hast Du Dich aufgerafft nach einem anderen Weg zu suchen. Dafür spreche ich Dir meine höchste Anerkennung aus. Sicher empfindest Du die bisherige Behandlung als eine Sackgasse. Sagte ich.

Was konnten wir tun?

Wir mussten danach schauen, was die Ursache für das Zwangsverhalten war. Es war gut möglich, dass die Ursache in der frühen Kindheit gesetzt wurde. Er konnte sich nur nicht bewusst daran erinnern. Wenn Du die Ursache loslassen willst, machen wir uns ans Werk, Wie lange es dauert und ob wir erfolgreich sein werden, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Es dauert solange es dauert.

Nach mehreren Sitzungen, die wir einmal wöchentlich abhielten, kam die Ursache zum Vorschein. Bei meinem Gast wurde mit der pädagogischen Maßnahme des Verbots bereits kurz nach der Geburt begonnen.

Die Kindeserziehung ist Elternsache und das soll sie auch bleiben. So entwickelt jedes Elternpaar eigene Strategien, wie sie ihre Kinder erziehen wollen. Es gibt eigentlich keine richtige oder falsche Erziehung. Es gibt nur die Handlungen, das Kind nicht Kind sein zu lassen, oder die Handlungen, die es an sich selbst wachsen lassen. Diesen Unterschied konnten die Eltern meines Gastes sicher nicht wissen. Insofern ist ihnen keinerlei Schuld anzulasten. Die Zwangshandlung war aber trotzdem da.

Die Verbote führten bei meinem Gast zu einer Zwangshandlung, die sich auf eine Art Selbstbehauptung begründet. „Ich bin, wenn ich mich gegen das Verbot durchsetzen kann.“ Die Voraussetzung war die ständige Ohnmacht den Eltern gegenüber und die Erfahrung diese Ohnmacht außerhalb des Elternhauses durchbrechen zu können. So wurde das Stehlen zu einer Strategie, das eigene Überleben zu gestalten. Meinem Gast kann man deshalb auch keine Schuld für sein Verhalten geben. Er konnte nicht anders, wenn er überleben wollte.

Es gibt leider unzählige Beispiele, dass betroffene Menschen sich aus Verzweiflung und wegen der angelasteten Schuld das Leben nahmen. Soweit muss es heutzutage nicht mehr kommen. Wir müssen nur die Ursache erkennen und loslassen wollen.

Das war die Lösung:

  • Selbsterkenntnis, so bin ich
  • Selbstannahme, es ist alles richtig, so wie es ist
  • bedingungslose Liebe zu sich selbst
  • Vergebung und Versöhnung den Eltern gegenüber
  • Konflikt/Blockade auflösen, weil jetzt nicht mehr gebraucht

Durch die Selbsterkenntnis öffnete sich die Tür für die Selbstannahme -> öffnete sich die Tür für die bedingungslose Liebe und die Versöhnung mit sich selbst -> öffnete sich die Tür zur Vergebung und Versöhnung mit den Eltern -> öffnete sich die Tür für das Loslassen der Zwangshandlung.

Zurück bleibt nur ein Gefühl der Gewohnheit. In der Gewohnheit bleibt die Zwangshandlung erhalten. Deshalb muss er sich nun andere Gewohnheiten zulegen oder antrainieren. Aber die unkontrollierbare Zwangshandlung ist restlos weg und kommt auch nicht wieder.

Die Handlung habe ich hier natürlich nur sinngemäß und verkürzt wiedergegeben.

Dieser Fall ist, wie alle anderen auch, als Einzelfall zu betrachten. Niemand soll annehmen, dass seine Beschwerden genauso interpretiert werden können.

Wer seinen Bedarf für wirkliche Heilung empfindet, kann sich gerne vertrauensvoll direkt an mich wenden.

Ich begleite Dich gern auf Deinem Weg in die Heilung.

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