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Heilung des Tages

Privat kommt von Privare = Berauben sagt man oft in alternativen Medien

Interpretation:

Das ist ein Missverständnis

Ein Missverständnis kommt zustande, wenn der Blick eingeengt oder focussiert auf nur einen Ausschnitt vom Ganzen gerichtet bleibt. Wenn man sich ein Bild anschaut, auf dem viele bunte Blumen zu sehen sind, man aber ganz besonders die Rosen liebt, würde man dazu neigen das Bild wegen der schönen Rosen zu bewundern. Andere Menschen mögen vielleicht die Margeriten, oder die Lilien auf demselben Bild. Sie können alle vom selben Bild sprechen, dennoch könnte der Zuhörer aus den unterschiedlichen Interpretationen schließen, dass alle ein anderes Bild gesehen haben.

Es geht um das Wort „Privat“, das in seinem Ursprung richtiger Weise von „Privare“ abgeleitet werden kann. Privat bedeutet nach dem Onlinelexikon wissen.de zum einen „persönlich, nicht öffentlich, nicht amtlich“; Zum anderen „häuslich, vertraut“ Das Wort Privat kommt aus dem lateinischen privatus „abgesondert, für sich; befreit von öffentlichen Pflichten, von Verantwortung usw., nicht fürstlich, kaiserlich oder staatlich, als gewöhnlicher Bürger lebend“, zu lateinisch privare „befreien von etwas“, zu lateinisch privus „für sich bestehend, einzeln, frei von etwas“

Das bedeutet somit nicht berauben, sondern befreien von Verpflichtungen und Privilegien zugleich, also von Rechten und Pflichten, möglicherweise von der Leibeigenschaft, vom Privileg den Fürsten mit Lebensmitteln beliefern zu dürfen, von einem Adelstitel und von der Pflicht Steuern zu zahlen. Die Angelegenheiten aus Rechten und Pflichten waren nach damaligem Verständnis nicht privat.

Wirklich frei waren nur die Menschen, die

Es war ausgehend von der Kirche üblich unliebsame geistliche Reichsfürsten mit einem sogenannten Reichsacht (Reichsbann) zu belegen. Dieser wurde von seinen Pflichten und Privilegien befreit oder ermangelt. Die Kirche konnte jedoch nur denjenigen von seinen Pflichten und Privilegien befreien, dem sie zuvor ein Recht oder Privileg gewährt hatte. Es konnte ihm nicht mehr genommen werden, als man ihm zuvor gegeben hatte.

Ein ganz anderer Begriff lässt auf die Deutung schließen, wie er in alternativen Medien gern verwendet wird. Der Begriff „Deprivation“ lateinisch deprivare steht für „Berauben“ und bezeichnet allgemein den Zustand der Entbehrung, des Entzuges, des Verlustes oder der Isolation von etwas Vertrautem sowie das Gefühl einer Benachteiligung.

Ich erkenne hier eine Verwandtschaft zu dem Begriff „Depression“. In einer Depression presst sich der Betroffene selbst in die Stimmung der Niedergeschlagenheit. Es ist seine eigene Interpretation der scheinbaren Ausweglosigkeit. Tatsächlich gibt es zahlreiche Auswege, die der Betroffene momentan nur nicht erkennen kann.

Für Menschen, die niemals TV schauen, ist dar Recht auf eine öffentliche Versorgung mit Unterhaltung über den TV kein Recht, sondern eine unzumutbare Belastung. Für Menschen, die eine optimale Gesundheitsvorsorge betreiben und äußerst selten das Gesundheitssystem in Anspruch nehmen, ist die Pflicht zur Krankenversicherung eine unzumutbare Belastung. Da sie das Gesundheitssystem äußerst selten für sich nutzen, würden sie viel lieber die Arzt-Rechnungen selbst bezahlen wollen. Für Menschen, die in einem Mehrfamilienhaus mit Fahrstuhl, vielleicht in der zweiten Etage wohnen, ist es möglicherweise nicht verständlich, dass sie den Aufzug mitbezahlen müssen, obwohl sie ihn nie benutzen.

Sich von diesen und ähnlicher Rechten und Pflichten zu befreien würde bedeuten, sich privat zu machen, sich auf die Privatebene zurückzuziehen. Viele kennen noch den geflügelten Begriff für die Berentung von Beamten. „Jetzt bin ich wieder Privatier.“

Daraus können wir schließen, dass wir uns, solange wir uns in der Welt, über einen Beruf, über eine Betitelung und dergleichen auswirken, sind wir wer. Sind wir das nicht mehr, sind wir privat, also ohne die Rechte und Pflichten, die mit der jeweiligen Tätigkeit oder Betitelung (Privilegierung) verbunden ist. Wenn ich denke, dass davon mein Leben abhängt, würde ich mich beraubt fühlen, wenn ich mich nicht mehr als der Berufstätige soundso, oder nicht mehr mit dem Titel soundso betrachte. Wenn das für mich nur eine Last und Bürde ist, würde ich mich nach der Wegnahme (Kündigung) befreit fühlen.

So ist die Deutung „Privare = Berauben“ für „Privat“ irreführend. Richtig wäre die Deutung „Privare = Befreien von Rechten und Pflichten“.

Das heißt also, dass es eine Frage der Betrachtungsweise ist. Wer glaubt eine Krankenversicherung zu brauchen, die Versorgung mit öffentlichen TV-Sendern, den Aufzug aus Bequemlichkeit mitbenutzen zu müssen, sonst würde er nicht leben können, wird es sicher bestätigen, dass er nach der Wegnahme dieser Privilegien und Pflichten von Berauben sprechen würde. Wer gut und gerne auf solche Rechte, Privilegien und Pflichten verzichten kann und möchte, wird von einer Befreiung sprechen.

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