Das Nichtverstehen unterstützt den Widersacher in dir

Karl Gutzkow

Das Nichtverstehen unterstützt den Widersacher in dir

Heute möchte ich die Frage beantworten: „Warum kann das Nichtverstehen als Unterstützer des Widersachers in dir betrachtet werden?“ Die kurze Antwort ist: “Erst wenn du akzeptierst, dass du eigentlich nichts weißt und eigentlich nichts verstehst, kann das Verstehen und Durchschauen der Welt beginnen.“

Nochmal zur Erinnerung: Der Widersacher beginnt mit dem ICH BIN zu existieren. Mithilfe des ICH BIN beginnt die Trennung von der Quelle. Ohne das ICH BIN in dir gibt es auch den Widersacher in dir nicht. Das wirst du erst dann verstehen können, wenn du direkt vor der Tür Gottes (der Quelle) stehst, um die Hand zu heben und für Einlass an seiner Tür zu klopfen.

Bis dahin wirst du dich immer dagegenstellen, was du jetzt noch nicht verstehst kannst. Aber sämtliche Prozesse, die man bis dahin als Heilung beschreiben könnte, also im Sinne von „Da laufen bestimmte Programme nicht mehr“ sind nicht durch Wunderheilung, sondern durch Verstehen, im Sinne von Durchschauen zustande gekommen.

Das bedeutet, dass du das „ICH BIN die Quelle“ solange gebrauchen musst, bis du verstehst, dass du gleichzeitig die Quelle bist und es als real betrachten kannst, dass das Aufsagen der Formel überflüssig geworden ist. Der Begriff „Formel“ ist in dem Zusammenhang ein wunderbares Wort. Er ist verwandt mit der „Form“ und dem „Gemurmel“, also etwas durch das Aussprechen in eine gewünschte Form bringen.

Diese Form braucht es aber gar nicht, weil die Quelle gar keine Form hat. Sie ist Formlos. Aber du hattest mithilfe des ICH BIN eine Form erschaffen und hoffst nun, dass du mithilfe des ICH BIN in die Formlosigkeit zurückfinden kannst. Das geht nicht.

Dies ist nur so lange notwendig, wie man glaubt, dass man getrennt von der Formlosigkeit ist. Das ist man in Wahrheit aber nie. Man war nie getrennt von der Quelle und wird es nie sein. Aber durch das zunehmende Nichtverstehen kann man sich immer weiter von der Quelle entfernen.

Das Wissen, das du glaubst zu wissen, in Form des Faktenwissens, ist nicht das Wissen der Quelle. Es ist das Wissen des Widersachers in dir. Man spricht da gern vom EGO. Der Begriff führt bei vielen Menschen sofort zu Abneigung und Ablehnung.

Du darfst hier verstehen, dass du solange, wie Ablehnung und Abneigung in dir zu spüren ist, egal worüber, im Nichtverstehen bist. Denn nur das, was du nicht verstehen, also dessen Funktion und Aufgabe nicht durchschauen kannst, musst du ablehnen.

Mit anderen Worten, wenn du verstehst, wie dein Ego funktioniert, kannst du auch verstehen wie es bei anderen funktioniert. Dann erst wird es möglich, dass sich dein Ego in dein ganzes Wesen einordnet (nicht unterordnet) und nicht mehr den Hausherrn mimen kann. Wenn du das verstanden hast, gibt es für dich auch das Böse nicht mehr. Du verstehst nun, dass es auch bei dir immer nur noch das Nichtverstehen war, weshalb du dich hier und da geärgert fühltest.

Das Ego ist nur eine illusionäre Vorstellung von dir, in dieser Existenz. Es ist nicht wirklich. Es kann vergrößert werden, durch Lob, Anerkennung und Gesehen-werden. Dabei ist es egal ob es sich um Lobhudelei handelt oder um echte Anerkennung für scheinbar gute Leistungen. Auch an dieser Erklärung kannst du erkennen, dass auch die scheinbar gute Leistung aus einer anderen Perspektive als eine Illusion offenbar werden kann, also als eine Täuschung.

Was man sich in seiner Existenz erschaffen kann, sind immer neue Täuschungen. Und diese funktionieren nur durch das Nichtverstehen. Wenn du also all dein Nichtwissen in Wissen umwandeln möchtest, darfst du damit beginnen, dich von allem scheinbarem Wissen zu enttäuschen.

Die häufigste Methode, wie Enttäuschung geschieht, ist das Scheitern. Solange deine Projekte noch laufen, bist du getäuscht und geblendet von den Formen. Solange du glaubst, dass es nur dein Wissen gibt und das Wissen der anderen falsch sei, bist du getäuscht in der Form, die du selbst erzeugt hast. Du kannst deshalb die Formlosigkeit nicht wahrnehmen. Aber nur in der Formlosigkeit ist der Frieden zu finden, nach dem du dich womöglich sehnen magst.

Da entsteht die Frage: Möchtest du im Nichtverstehen bleiben oder möchtest du wissen? An deiner Antwort entscheidet sich, ob du den Weg der Heilung gehst, also zu dir zurückkehrst oder ob du weiter die Lüge, die Täuschung bzw. die Unwahrheit und damit das Unwissen sein wirst.

Ambarishah

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