Der Krebs von Roger Willemsen

Der Krebs von Roger Willemsen

Es ist nicht wichtig, welchen Krebs Roger Willemsen hatte. Es ist wichtig zu erkennen, wie er sich seine Heilung durch sein Verhalten selbst verunmöglicht hatte.

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Roger Willemsen war ein im Mainstream anerkannter Publizist, Fernsehmoderator, Filmproduzent und Buchautor. Er zählte zu den bekanntesten und beliebtesten Intellektuellen. Er zielte darauf ab, die Welt auf seine Weise zu entdecken. Dabei verstand er es wunderbar etwas Wichtiges in seinem Leben zu überspielen. Ja, er nutzte seine Bekanntheit auch dafür, sich selbst eine Rolle vorzuspielen. Kurz nach seinem 60. Geburtstag erhielt er die Diagnose Krebs, zog sich ins Privatleben zurück und verstarb noch in diesem Lebensjahr.

Krebs ist immer als Versuch von Heilung auf der körperlichen Ebene zu verstehen, was eine Folge von Unfrieden mit sich selbst ist. Wenn der Unfrieden mit sich selbst jedoch nicht in den Frieden kommt, also nicht zu seinem Ende, findet der Versuch der Heilung, also des Ausgleichs, auch kein Ende.

Der Unfrieden mit sich selbst kann ein Gefühl von Ohnmacht sein, was man nicht verwinden kann. Es kann ein stets gegenwärtiges Gefühl von nicht vertragen, von nicht ertragen können sein.

Bei Roger Willemsen zeigt sich dies überdeutlich. Denn, er überspielt dieses Gefühl der vermeintlichen Unzulänglichkeit gekonnt, was man ihm als Betrachter gern als seine besondere Qualität auslegt. Dies äußert sich auch dadurch, dass man ihm nach seinem Tod sogar daraufhin Denkmäler errichtet. Sein Wohnhaus wurde zu einem Künstlerzentrum.

In diesem TV-Ausschnitt wird sein überspielendes Verhalten sichtbar. Es ist ihm unangenehm, auf die Ursachen seines Unbehagens mit sich selbst zu schauen. Aber genau dies wäre der Ausweg aus seiner Erkrankung gewesen.

Man muss in diesem Zusammenhang verstehen, dass der Mensch mehr ist, als sein Denken, sein Glauben oder seine Paradigmen. Diese Dinge bilden nur einen ganz kleinen Ausschnitt aus dem wahren Wesen des Menschen.

Das wahre Wesen besteht nicht aus den Konflikten, die man erlebt hat, was man befürchtet oder woran man sich ungern erinnert. Der weitaus größere Teil des wahren Wesens steht hinter diesen Dingen, das den Menschen dabei beobachtet, wie er mit diesen Dingen umgeht. Es beobachtet, ob man ein Drama aus den Dingen erschafft oder daran vorbei gehen kann. Daran vorbei gehen bedeutet nicht, es zu ignorieren. Das Beispiel Willemsens zeigt ja, dass es mit Ignoranz nicht funktioniert. Daran vorbei gehen bedeutet, sich nicht von den Dingen, die passieren, bestimmen zu lassen.

Wenn man daran vorbei gehen kann, braucht es den Prozess des Unfriedens mit sich selbst nicht und somit auch nicht den Versuch, dies wieder in die Heilung zu bringen.

Es geht also nicht um einen Kampf gegen den Krebs. Vielmehr geht es darum, zu verstehen, woher der Unfrieden mit sich selbst kommt. Möchte man den Unfrieden in den Frieden bringen, darf man sich selbst, seine scheinbare Persönlichkeit, also seinen Avatar (die Person) hinterfragen.

Wer bin ich, als diese Person und wer bin ich wirklich, hinter dieser Person? Die Antworten sind oftmals verblüffend und erhellend zugleich. Ohne Absicht hatte man sich im Leben von dem, was man wirklich ist, entfernt. Man hat sich, ohne es zu wollen und ohne Schuld, vom wahren Selbst und damit von seiner Anbindung an die Quelle allen Seins abgespalten. Indem man sich wieder annähert, sozusagen die Einheit wieder herstellt, verliert das erschaffene Drama an Bedeutung. Das macht den Weg frei für die wirkliche Heilung.

Ambarishah

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Ich habe diesen Text nicht dafür geschrieben, um dir zu erzählen, was ich für die Wahrheit halte. Die eine Wahrheit gibt es nicht. Ich möchte dir nur aufzeigen, dass es neben deiner Wahrheit noch andere Betrachtungsweisen gibt. Wer sich viele unterschiedliche Betrachtungsweisen ansehen kann, ohne dabei einen inneren Groll zu verspüren, wird vermutlich jemand sein, der in seinem Frieden angekommen ist.
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