Dummheiten, die gerade in Mode sind

Das Bild zeigt Zombie Boy, mit dem bürgerlichen Namen Rick Genest, der am 07.08.1985 geboren und am 01.08.2018 an einem Schädel-Hirn-Trauma verstorben war. Er fiel von einem Balkon im dritten Stock. Genest arbeitete ab 2011 als Fotomodell, da er als ganzkörpertätowierter Mann eine Attraktion in der Modewelt darstellte. Mit seinen Tattoos konnte man den Eindruck haben, dass ihm seine Haut abgezogen worden sei. Knochen, Sehnen und das Gehirn wurden auf seiner Haut abgebildet.

Dummheiten, die gerade in Mode sind

Was auf dem Bild oben zu sehen ist werden viele sicher als Dummheit bezeichnen. Genest selbst hatte es womöglich aus dem Antrieb getan, dadurch in der Welt als etwas ganz Besonderes zu erscheinen. Die Dummheit besteht also darin, es anzunehmen, dadurch wirklich etwas Besonderes zu sein. Viele Menschen werden sich eher bei dem Anblick erschreckt, bedrängt, angewidert oder geängstigt fühlen. Deshalb möchte ich dieses Bild als eine Metapher, für die vielen Dummheiten verstanden wissen, denen wir tagtäglich in dieser Welt begegnen können.

Die eine Dummheit, dass es einen tödlichen Virus gäbe und wir alle davor Angst haben müssen, haben wir hier schon oft angesprochen. Das müssen wir nicht immer wieder durchkauen. Entweder du verstehst es oder eben nicht. Wenn nicht, dann kann man nichts daran ändern. Dann ist das für dich so.

Eine andere Dummheit ist das Zombieleben, abgetrennt von sich selbst, von der Natur und im Ego existierend. Wie dumm muss man sein, ein Zombieleben zu leben? Die Antwort ist: Es ist keine Dummheit, sondern nur Nichtverstehen.

Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.
Theodor Fontane

Man kann dem Nichtverstehen nicht mit Klugheit begegnen. Weil es nicht versteht, kann es auch weitere kluge Ansätze nicht verstehen. Der Schlüssel besteht darin, es zu erkennen, dass du dich mit etwas identifiziert hast, was du gar nicht bist.

Tatsächlich ist es so, dass dich dein Ego von dem abgetrennt hat, was du in Wahrheit bist. Das ist der Schleier deines Vergessens. Du kannst deshalb nicht das göttliche Sein leben, was du wirklich bist, weil du dich mit deinem Ego-Dasein identifizierst. Es hat den Anschein, als würdest du nur durch oder aufgrund des Ego-Daseins existieren oder leben können. Das ist die eigentliche Dummheit im Nichtverstehen.

Conchita Wurst (Thomas Neuwirth) umrahmt von zwei Männern in High Heels und hochhackigen Schuhen, speziell für Männerfüße

Beginne damit, es zu ergründen, was du von alledem wirklich bist: Bist du dein Körper? Bist du dein Denken? Bist du dein Gefühl? Bist du deine Phantasie? Bist du dein Bewusstsein? Bist du deine Emotion? Bist du dein Schmerz? Bist du deine Verwirrtheit? Bist du deine Träume? Bist du deine Wünsche? Bist du dein Plan für heute, für diese Woche und für dieses Jahr? Bist du dein Trauma? Bist du deine Angst? Bist du deine Trauer? Was bist du von alledem?

Wenn du nur eine dieser Fragen mit „ja, das bin ich!“ beantwortest, befindest du dich nicht in der Freiheit dessen, was du wirklich bist. Sondern du bist dann der erschaffene oder programmierte Avatar von dir. Das kannst du selbst überprüfen, ob es echt ist oder unecht. Wenn du den Inhalt der genannten Aspekte ändern kannst, also andere Avatare kreieren kannst, dir einbilden kannst, jemand anderer zu sein, ist dein jetziges Bild von dir selbst unecht.

Es entspricht nur einer schauspielerischen Rolle. Du spielst diese Figur nur. Ist es also eine Dummheit, dies nicht zu wissen? Oder ist es eine Dummheit, es nicht wissen zu wollen? Es kann als eine Dummheit gelten, wenn man davon erfährt, es aber ignoriert.

Manche Menschen lesen Bücher und können nur die Worte lesen. Sie können den Worten keinen Sinn geben. Diese Menschen können in der Regel auch ihrem Leben keinen Sinn geben und neigen dazu ihren Körper oder ihr Leben zu einem Kunstwerk machen zu wollen. Aber in Wahrheit entstellen sie sich. Sie erschaffen nicht Zuneigung, sondern Abneigung.

In dieser Welt geht es eher nicht um Zuneigung, also Liebe, sondern um das Gegenteil. Es geht um die Zerstörung. Aber was wird zerstört? Man zerstört sein Leben und dadurch auch das Leben des Betrachters in dem schreckhaften Augenblick der Betrachtung. Durch den Schreck wird das Leben des Betrachters verkürzt. Dieses Prinzip darfst du auf die gesamte Zombie-Kult-Ur übertragen. Es geht um die Zerstörung des Lebens.

Wenn man die Gazetten am Zombie-Zeitungs-Markt durchblättert, taucht dort immer öfter der Begriff „Zombie-Unternehmen“ auf. Damit möchte man die Unternehmen benennen, die nicht mehr aus eigener Kraft überleben können. Sie brauchen also Energie aus dem Außen. 2019, also noch vor Corona, sollen 300.000 Unternehmen auf Finanzhilfen angewiesen gewesen sein. 2020 sollen es schon 550.000 Unternehmen sein. Bis Ende 2021 sollen es um die 800.000 Unternehmen in Deutschland sein, die auf Staatsknete angewiesen sind.

Zum Vergleich: Ende 2018 gab es in Deutschland etwa 3.280.000 Unternehmen. Wie viele es im September 2020 noch sind ist derzeit nicht bekannt. Von einem Unternehmen wird dann gesprochen, wenn es sich um ein steuerpflichtiges Unternehmen mit jährlichen Lieferungen und Leistungen von über 17.500 Euro handelt.

Diese Unternehmen können aus eigener Kraft nicht überleben, beeinflussen aber dennoch das Marktgeschehen. Würde man sie einfach sterben lassen, würde sich der Markt von selbst heilen. Dabei macht man genau das umgedrehte. Man hält die Untoten am leben und tötet dadurch auch noch die noch lebendigen Unternehmen.

Liegt das an der Dummheit oder an der Ignoranz der handelnden Personen? Man weiß es nicht. Sicher immer beides gleichzeitig. Wenn ich ein solches, insolventes Unternehmen führe oder Mitarbeiter in einemsolchen bin, muss ich mich auf das Schlimmste einstellen.

Das ist mit dem Sterben eines geliebten Menschen zu vergleichen. Man hat sein Leben so sehr miteinander verknüpft, dass man sich das Leben gar nicht ohne diesen Menschen vorstellen kann. Aber genau das ist das Leben. Leben ist auch die Vergänglichkeit von Illusionen, von Träumen und Erscheinungen, also das Leben ist auch das Sterben.

Es geht also darum, die Vergänglichkeit, also das Sterben nicht zu ignorieren. Wir können das Leben nicht besser machen, als es ist. Wenn wir den Eindruck haben, dass es so wäre, ist es eine Täuschung. Diese Täuschungen und Illusionen dürfen wir auflösen. Dabei kann uns niemand helfen, außer wir uns selbst.

Wenn ich etwas nicht verstehe, was aber trotzdem da ist, kann ich mir das Verstehen nicht erzwingen, durch die Einnahme von Nahrungsergänzung machen oder durch Frequenz-Geräte erzeugen. Ich darf davon ausgehen, dass nichts, rein gar nichts von alledem die Wahrheit ist, was ich bisher geglaubt habe zu wissen.

Wenn ich mein bisheriges scheinbares Wahrheitsgebäude gereinigt habe, kann ich sehen, was oder wer ich wirklich bin. Ich bin am Leben. Mehr ist da nicht. Diese Neutralität in der Selbstbetrachtung ist aber wichtig. Weil ich dann den Verführungsangeboten widerstehen kann, die weiterhin aus der Welt auf mich einwirken wollen. Sie perlen jedoch ab, wie der sprichwörtliche Wassertropfen von einem Lotusblatt.

Ambarishah

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Ich habe diesen Text nicht dafür geschrieben, um dir zu erzählen, was ich für die Wahrheit halte. Die eine Wahrheit gibt es nicht. Ich möchte dir nur aufzeigen, dass es neben deiner Wahrheit noch andere Betrachtungsweisen gibt. Wer sich viele unterschiedliche Betrachtungsweisen ansehen kann, ohne dabei einen inneren Groll zu verspüren, wird vermutlich jemand sein, der in seinem Frieden angekommen ist.
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