Getöse dieser Welt …

Das Getöse dieser Welt …

… ist nicht der Lärm laufender Motoren oder die vorbeirauschenden Güterzüge, ICE’s, Pkw- und Lkw-Kolonnen in den Stätten; Nein, das Getöse dieser Welt ist der ständige Schrei jedes einzelnen Menschen nach Aufmerksamkeit, nach Gesehen werden und nach Geltung. So habe ich es kürzlich in einer lieben Runde noch einmal erwähnt, ohne es auch nur zu ahnen, welch ein Getöse da mit Thüringen auf die Menschen einwirken würde.

Ich spreche natürlich die Thüringen-Wahl an. Die Landtagswahl in Thüringen fand am 27. Oktober 2019 statt und war die siebte Wahl zum Thüringer Landtag seit der Neugründung des Freistaates Thüringen 1990. Der Begriff „Freistaat“ würde eine eigene Geschichte eröffnen. Aber lassen wir das hier.

Seit Oktober 2019 hatte man es in Thüringen nicht geschafft, sich auf eine Regierungskoalition zu einigen. Selbstverständlich gehört es in einem demokratischen Verfahren dazu, sich miteinander zu verständigen. Abhängig vom Wähler-Votum mit mehr oder weniger Gewicht.

Amtliches Endergebnis vom Oktober 2019

An dem veröffentlichten Wahlergebnis kann man gut sehen, dass niemand um die AfD herumkommen kann. Man muss mit ihnen reden. Was hinter den Kulissen sicher auch geschehen war. Insgeheim muss man sich darauf verständigt haben, dass der FDP-Kandidat Kemmerich gewählt werden soll. Sonnst wäre es nicht dazu gekommen, wie es letztlich zu sehen war.

Niemand spricht aus, was wirklich ist

Dass niemand vor der Kamera die Wahrheit sagen kann und darf, muss jedem nun offenbar geworden sein. Alle haben einem scheinheiligen Bild zu entsprechen, das es in dieser Form überhaupt nicht gibt. Aber, um im Spiel zu bleiben, lügen alle, dass sich einem die Fußnägel aufrollen mögen. Auch die AfD spricht nicht aus, was eigentlich offenkundig ist.

Schaut man in die Historie der Thüringen-FDP, wird einem klar, was verschwiegen wird. Selbst auch die FDP spricht es nicht mehr an. Man muss sogar davon ausgehen, dass die FDP ihr Programm überarbeiten wird. Denn die FDP hatte es fest in ihr Wahlprogramm geschrieben und es auch immer wieder geäußert.

Von der Website der FDP-Thüringen, aus dem Jahr 2007
Von Welt.de über den FDP-Vorschlag zum Beitragservice, aus dem jahr 2010

Die FDP möchte den Beitragsservice (GEZ) von ARD, ZDF und Deutschlandfunk abschaffen, stattdessen haben sie vorgeschlagen, dass jeder, der ein Einkommen erzielt, eine monatliche Abgabe von 7 bis 10 Euro an das Finanzamt zu entrichten habe. Das würde dann so ähnlich funktionieren, wie die Solidaritätsabgabe, der Rentenbeitrag oder die Abgabe an die Krankenversicherung. Die Buchhaltungen der Unternehmen führen die Beträge zusammen mit der Steuer an das Finanzamt ab und fertig ist die Kiste. Pensions- und Rententräger machen das ähnlich. Nur mit dem Unterschied, dass der Betrag zweckgebunden an den Rundfunk durchgereicht werden würde.

Das würde bedeuten, dass die Scheinbehörde „Beitragsservice“, die jährlich etwa 160 Mio. Euro an Verwaltungskosten verbraucht, nicht mehr gebraucht werden würde. Aber genau dort hatte man ja den ohnehin zu großen Verwaltungswasserkopf des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hin verschoben. Der Beitragsservice ist zu einer Behörde aufgebläht worden, ohne je eine Behörde sein zu können. Etwa 7 Mrd. Euro werden derzeit durch den Beitragsservice von den Konten der Menschen eingezogen. Das würde sich auch mit dem FDP-Vorschlag nicht ändern. Bei 83 Mio. Menschen (Stand 2018), mit pro Kopf monatlich 7 Euro, macht das jährlich etwa 7 Mrd. Euro. Da nicht jeder ein Einkommen hat, dürfen wir mit 10 Euro monatlich rechnen. Die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wäre jedenfalls weiterhin gesichert. Nur würde die Scheinbehörde „Beitragsservice“ aufgelöst werden.

Aber was machen die öffentlich-rechtlichen Sender dann mit den Mitarbeitern? Die wurden ja schon in den Dienst des Beitragsservice verschoben, um es vielen von ihnen zu ermöglichen ihre Pensionsansprüche zu erhalten oder sie noch zu verbessern.

Das Geschrei, das nach der Wahl des Ministerpräsidenten Kemmerich losgetreten wurde, besteht aus meiner Sicht aus Verlustangst. Eben Verlust an Ansehen, an Geltung, an gesellschaftlichem Rang und „Was soll ich denn den Nachbarn in der Reihenhaussiedlung sagen?“ eben aus den Reihen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, inklusive Beitragsservice.

Man hat die FDP abservieren müssen!

Es gab keinen anderen Ausweg, wenn man nicht den Weg in die Bedeutungslosigkeit gehen möchte, muss man dafür sorgen, dass der FDP-Vorschlag, den Beitragsservice zu reformieren, ein für allemal vom Tisch ist. Die Lösung war: Ein Putsch gegen die FDP musste her.

Indem man die Familie des neu gewählten Ministerpräsidenten unter Polizeischutz stellte – da fragt man sich, vor wem eigentlich? – wird jedem Beobachter klar: Wenn du Vorschläge und Ideen in die Welt bringen möchtest, die dem Selbstbedienungs-Establishment zu nahe auf die Pelle rücken, kannst auch du unter Polizeischutz gestellt werden.

Die Frage, vor wem die Familie geschützt werden muss, lässt sich sicher leicht beantworten. Natürlich vor dem sogenannten linken, schwarz vermummten Schläger- und Brandstifter-Mob „Antifa“. Für wen die inzwischen alles tätig sind? Auweia!

Was immer auch geschieht?

Es handelt sich immer nur um ein Schauspiel. Es ist ein Theaterstück, das sich nach Drehbuch abspielt. Warum ist das so? Das ist so, weil die Akteure nicht sich selbst darstellen, sondern eine gespielte Figur. Herr Lindner (FDP-Bundesvorsitzender) zum Beispiel, wenn er vor die Kameras tritt, stellt er nicht den Privatmenschen Christian Lindner dar. Er steht da als ein Mitglied des Deutschen Bundestages und seit dem 07.12.2013 auch als Bundesvorsitzender der FDP. In dieser Funktion kann er nicht den Privatmenschen herausblicken lassen. Was er als Privatmann denkt ist in seinen Funktionen völlig ohne Relevanz. Er spielt also seine gut einstudierten Rollen.

Machen wir uns nichts vor. Das ist bei jedem Menschen so, der nach Geltung und Ansehen trachtet. Wenn man den Job einer Sekretärin, Telefonistin oder eines Abteilungsleiters ausübst, bis hin zum Inhaber einer Firma, kann man es sich nicht leisten, etwas anderes zu äußern, als was der Firmenpolitik entspricht, was also dem Image der Firma dient. Denn die Firma kann ihr Image (Ansehen) verlieren. Mit diesem Verlust verliert das Unternehmen Glaubwürdigkeit und Vertrauen.

Das kann auch zwischenmenschlich und in jeder Familie geschehen. Wer sein Image in der Familie verloren hat, muss sich nicht darüber wundern, dass die Familie ihn meidet, links liegen lässt. Jemanden links liegen lassen, heißt, dass derjenige vom rechten Pfad, also vom richtigen (aufrichtigen) Weg abgekommen ist. Das ist es eigentlich, was Links bedeutet. Aber, die Dinge sind so sehr verdreht, dass auch das kaum mehr jemandem auffällt.

Wird es zu Neuwahlen kommen?

Auf allen Bühnen in den Ländern der BRD und im Bund ist zu vernehmen, dass man sich für Neuwahlen in Thüringen ausspricht. Das ist aber nur Blabla für die Mikrofone. Dieses Ansinnen kommt dort seit Oktober 2019 immer wieder mal hoch. Eben weil dem Establishment die Wählermeinung nicht passt, möchte man noch einmal abstimmen lassen. Neueste Erhebungen haben aber erkennen lassen, dass insbesondere die CDU dann in Thüringen noch mehr verlieren würde. Deshalb kann es keine Neuwahlen geben, sondern die Ausrichtung auf eine über lange Zeit währende Übergangsregierung.

Ohnehin stehen die Zeichen weltweit auf Technokraten-Regierungen. Eine Technokratie zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine Form der Regierung oder Verwaltung ist, in der sich alle Entscheidungen und Handlungen an wissenschaftlichen und technischen Erkenntnissen orientieren sollen. Wissenschaftler, Ingenieure und naturwissenschaftlich und technisch fähiges Personal, aus den Hochschulen und aus der Wirtschaft, ersetzen die Politiker. Und das Theaterstück bekommt neue Staffeln, neue Kapitel und neue Akte.

Von Zeit-Online – Technokraten an die Macht, aus dem Jahr 2011

Da die Politik nicht mehr auf die Wählermeinung achtet, oder anders ausgedrückt, den Wählern nicht aufs Maul schaut, sondern vielmehr Sachzwänge nennt, die dafür herhalten sollen, weshalb man so entscheidet, wie man entscheidet, haben wir bereits Technokraten-Regierungen.

Damit niemand mehr zur Verantwortung gezogen werden kann

Die Technokratie ist eine Herrschaftsform, in der die einzelne Meinung keine Bedeutung hat. Die Bundeskanzlerin habe ja schließlich ihre Macht selbst beschnitten, um z.B. einem Klimarat ihren thematischen Machtanspruch zu übergeben. Sie hat das nicht getan, um denen die Macht zu geben, sondern um Schuld von sich zu nehmen. Sie kann dann sagen, dass der Klimarat folgendes so oder so empfiehlt. Und der Klimarat setzt sich ja schließlich aus Experten zusammen.

Daran kann man erkennen, wie banal und gleichzeitig unentwirrbar das ganze Konstrukt eigentlich ist. In dieser Banalität steckt jeder drin, der sich selbst etwas vormacht, indem er nach Ansehen und Bedeutung in dieser Welt strebt. Da dieses Ansehen und diese Bedeutung nur in dieser Welt existiert und diese Welt eine Scheinwelt ist, kann es sich bei diesem Streben nur um eine Selbsttäuschung handeln.

An dieser Stelle möchte ich an ein Interview erinnern, das Günter Gaus am 28.10.1964 mit Hannah Ahrendt führte. Autorin des Bestsellers “Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen”. In diesem Gespräch wird gleichzeitig deutlich, dass sich das Böse in den Handlungen ausdrückt, wenn die Menschen unbewusst nachplappern, unbewusst ausführende Hände sind. Gleichzeitig fordert sie die Menschen dazu auf ungehorsam zu sein. Entspricht also der Gehorsam dem Bösen in dieser Welt? Nicht wirklich. Das Böse ist eigentlich das Unwissen oder besser ausgedrückt, die fehlende Weisheit.

Nun spinnen wir den Faden mal zu Ende. Fehlende Weisheit, also Bewusstsein, kann man den Menschen nicht geben. Das muss sich jeder Mensch selbst erarbeiten. Einem geistig behinderten Menschen kann man nicht sagen, dass er normal denken soll. Aber all diejenigen, die sich nicht selbst erkannt haben, könnte man als geistig behindert betrachten.

Wenn die Nazis – und das sind nicht die Anhänger oder Wähler der AfD – es so weit gebracht hätten, dass niemand mehr zur Verantwortung gezogen werden kann, wo würden sie mit uns dann heute stehen?

Das Unheil deiner Welt bist du selbst, indem du dich nicht als das erkennen möchtest, kannst oder glaubst zu dürfen, was du in Wahrheit bist. Viel lieber möchtest du danach streben, dass man dir ein Denkmal baut. Denn du verstehst es nicht, du bist bereits das Himmelreich, das dir widerfahren kann. Niemand kann es dir geben, außer du selbst.

Und wie kannst du es dir selbst geben? Indem du eine Illusion nach der anderen an dir selbst erkennst. Übrig bleibt dann das wahre, wirkliche, das unbeschreibbare, das keinen Namen hat und keine Bezeichnung braucht. Erkenne dich als der Schöpfer deiner Selbst, als der Schöpfer deiner eigenen Illusionen und vergebe dir dafür. Erkenne dich als das was du hinter deinen eigenen Fassaden bist. Dann erkennst du Gott und findest deinen Frieden.

Siehe auch:

12:32 17.02.2020 sputniknews.com Keine Finanzspritze wegen Thüringen? WDR-Intendant Buhrow bangt um Erhöhung des Rundfunkbeitrags

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