Sicher ist Sicher – Das Geschäft mit der Angst

Das Bild zeigt einen abgesperrten Gehweg in meinem Wohngebiet. Es zeigt symbolisch den Zustand des gesellschaftlichen Gefüges an, bzw. wie Menschen mit den Dingen in dieser Welt umgehen. „Sicher ist Sicher!“ sagen sie. „Es könnte ja was passieren!“. Der Gehweg wurde gesperrt, weil ein paar Steine locker sind. Weil man auf diesem Weg stolpern könnte, dürfen Passanten nun um die Absperrung herumstolpern. Die Stufe, herunter vom befestigten Weg, auf die unbefestigte Wiese und auf der anderen Seite wieder herauf, ist besonders bei Regen ein wunderbares Vergnügen. Für alte und gebrechliche Menschen, mit einer Gehhilfe ganz sicher auch.

Sicher ist Sicher – Das Geschäft mit der Angst

Was passiert, wenn sich die Menschen unsicher fühlen? Sie neigen vermehrt zum Kauf von Dingen, die ihnen eine vermeintliche Sicherheit versprechen. Wenn man eine Versicherung kauft, wird das Leben dadurch sicherer? Nein, wird es nicht. Es kann sein, dass man sich mit Versicherungen sicherer fühlt. Aber das Leben bleibt unsicher.

Wenn jeder Schritt, den wir gehen, zu einem Schaden führen könnte, versuchen nicht nur diejenigen, die einen Weg von A nach B zurücklegen, vorsichtiger zu sein. Es versuchen auch diejenigen, die für Ordnung und Sicherheit auf diesem Weg zu sorgen haben, jede Möglichkeit auszuschalten, dass ein Versicherungsschaden entstehen könnte.

Wir kennen alle die Geschichten, dass Mikrowellen mit dem Sicherheitshinweis versehen sind, dass man darin keine lebenden Tiere trocknen darf. Eine Amerikanerin hatte dies mit ihrer Katze getan und den Hersteller auf Schadenersatz verklagt und das Verfahren mit einem Millionenbetrag gewonnen. Ein anderes Beispiel war ein heißer Kaffee in einem Schnellrestaurant. Einer Kundin wurde beim Verkauf eines Kaffees nicht gesagt, dass der Kaffee heiß ist. Sie verbrühte sich am Mund, verklagte die Fastfood-Kette und gewann den Prozess. Nun muss die Kette jeden Kunden auf die Gefahr aufmerksam machen.

Wir können daran erkennen, dass „Sicher ist Sicher!“ das Leben zunehmend einengt. Wenn das Leben eingeengt wird, findet es weniger statt. Denn Leben ist Risiko.

Es geht um die Haftung!

Der oben gezeigte Gehweg wird also nicht deshalb abgesperrt, um die Passanten zu schützen, sondern denjenigen, der für Ordnung auf diesem Weg zu sorgen hat, vor einem Versicherungsschaden.

Symbolisch können wir an diesem Beispiel erkennen, dass das Leben dadurch nicht einfacher, leichter oder unkomplizierter wird, sondern genau das Gegenteil geschieht. Es wird, komplizierter und ist schwieriger zu meistern.

Sicherheit versus Freiheit

Freiheit ist nicht tun und lassen zu können, was man will, auch gegen den Willen anderer Menschen. Freiheit ist die freie Rede, das freie und ungezügelte Denken. Freiheit ist auch die freie Entfaltung. Freiheit ist aber auch das allgemeine Lebensrisiko, Fehler machen zu dürfen, anzunehmen. Das Leben beinhaltet das Risiko, zu erkranken, zu verunfallen oder Opfer eines unvorhersehbaren Gewaltaktes zu werden und vieles andere mehr.

Ein Kleinkind, dass das Laufen lernen möchte, sollte man nicht daran hindern, ständig hinzuplumpsen. Es muss alleine die Erfahrung machen, wie es auf den eigenen Beinen stehen und gehen kann. Hindert man es daran, wird es Entwicklungsstörungen davontragen.

Jeder Sicherheitsaspekt, der die oben genannten Risiken abmildern will, engt das Leben ein. Es engt sich also derjenige ein, der Ängste hat und aufgrund seiner Ängste Sicherheitsvorkehrungen treffen muss. Er fühlt sich aufgrund seiner Ängste dazu gedrängt.

Mit oder ohne Corona-Masken

Das Tragen der Corona-Masken erfolgt freiwillig und auf der Grundlage des allgemeinen Lebensrisikos. Das bedeutet, wer sich oder andere aufgrund des Tragens der Maske schädigt, trägt dafür selbst die volle Verantwortung. Es gibt zahlreiche Fälle, die aufzeigen, dass das Tragen der Mundnasebedeckung nicht gesund ist. Aber auch das Unfallrisiko steigt dadurch.

Viele Beschäftige, insbesondere an Schulen, Behörden und Verkaufsstellen neigen seit Beginn der Corona-Maßnahmen dazu, ihre Kunden zu bedrängen, die Masken zu tragen. Sie berufen sich zumeist auf das Hausrecht. Sogar an den Gerichten, Bezirksämtern und Polizeidienststellen beruft man sich auf das Hausrecht.

Aber das Hausrecht ist nicht dafür geeignet, in die Grundrechte einzugreifen. Das Recht auf das freie Atmen ist ein Recht, das nicht noch extra aufgeschrieben werden muss. Man könnte dann auch den Herzschlag, die Funktion der Nieren oder der Leber verbieten. Ist der Atem also etwas Gefährlicheres als der Herzschlag?

Da ein Mensch beim Atmen die Luft einatmet, die ihm augenblicklich zur Verfügung steht, kann dieser Mensch niemanden dafür haftbar machen, welche Luft ihm zur Verfügung steht. Wenn aber ein Mensch die Luft verunreinigt und andere dadurch dazu zwingt, die verunreinigte Luft zu atmen, geht auf ihn das Schadenrisiko über.

Wenn ein Mensch von einem anderen Menschen das Tragen der Maske verlangt, geht das allgemeine Lebensrisiko auf denjenigen über, der das Maskentragen erzwingen möchte. Das ist keine allgeneine Frage. Man kann jetzt also nicht sagen, dass Merkel oder Spahn dieses Risiko nun zu übernehmen hat. Nein, derjenige, der dir gegenübersteht und persönlich von dir das Tragen einer Maske verlangt, haftet dann selbst für die daraus entstehenden Schäden. Das ist ihm aber sicher nicht bewusst.

Deshalb musst du es ihm bewusst machen. Das Erkennen, bzw. die Bewusstwerdung über diese Umstände, geschieht nicht durch den Austausch von Argumenten, durch Diskussionen oder Handgreiflichkeiten. Es geschieht, indem du es deinem Gegenüber gestattet, den Raum zu haben, die Situation zu durchdenken.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf den Beitrag Verpflichtung zum Schadenersatz verweisen. Du darfst demjenigen, der von Dir das Maskentragen verlangt, darauf hinweisen, dass er persönlich für Schäden haftet.

Das Leben wird schwieriger

Die oben gezeigte Abbildung zeigt, mit „Sicher ist Sicher!“ wird das Leben schwieriger, komplizierter und das Schadenrisiko erhöht sich. Übertrage dieses Bild auf den Corona-Wahn. Du allein bist gefordert, den Zusammenhang bezüglich deiner Verantwortung zu verstehen.

Du kannst niemanden dafür verantwortlich machen, dass du die Maske freiwillig trägst. Du kannst also von niemandem verlangen, dir dein allgemeines Lebensrisiko abzunehmen. Entsteht aber ein Zwang, hast du das Recht, denjenigen, der den Zwang ausüben möchte, auf sein persönliches Haftungsrisiko hinzuweisen. Die meisten Menschen schrecken spätestens dann zurück, wenn sie ihr persönliches Haftungsrisiko erkannt haben und lassen dich ziehen.

Wir stehen also mit Nichten vor einem Kampf, vor Auseinandersetzungen oder vor Gefahren. Wir stehen vor der Herausforderung der eigenen Bewusstwerdung. Dies ist die größte Herausforderung, die Menschen in ihrem Leben haben können. Es sind allein die Ängste, die dich unvollkommen, minderwertig, hilflos und ratlos erscheinen lassen. Sind die Ängste weg, ist auch die Hilflosigkeit weg.

Niemand kann sich vor der Bewusstwerdung schützen. Wenn sie geschieht, lässt sie sich nicht zurückdrehen. Die Chance besteht deshalb nicht in der Auseinandersetzung mit deinem Gegenüber, so im Sinne von “Ich habe Recht und du bist im Unrecht!” Das funktioniert nicht. Es funktioniert allein, sich selbst und dem Gegenüber die Möglichkeit und den Raum zu geben, etwas zu erkennen.

Wenn alles, was erkannt werden kann, erkannt wurde, wirst auch du zu der Erkenntnis kommen, dass es nichts zu tun gibt, dass dir nichts fehlt, dass dir nie etwas gefehlt hat und nie etwas fehlen wird. Du bist bereits dort angekommen, wohin dich dein vermeintlicher Weg hinführen kann. Du bist bereits zuhause und niemand kann dich daran hindern zuhause zu bleiben.

Ambarishah

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Ich habe diesen Text nicht dafür geschrieben, um dir zu erzählen, was ich für die Wahrheit halte. Die eine Wahrheit gibt es nicht. Ich möchte dir nur aufzeigen, dass es neben deiner Wahrheit noch andere Betrachtungsweisen gibt. Wer sich viele unterschiedliche Betrachtungsweisen ansehen kann, ohne dabei einen inneren Groll zu verspüren, wird vermutlich jemand sein, der in seinem Frieden angekommen ist. 
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